Praxisorientierung und Berufsfelder
Im Studium werden Praxisnähe, Anwendungsorientierung und wissenschaftliche Kompetenz in der Ausbildung eng verknüpft.
Der wichtigste Praxisbereich für die Nachfrage nach afrikabezogenen Kompetenzen ist die Entwicklungszusammenarbeit (national und international). Hinzu kommen insbesondere der zur Zeit stetig wachsende Bereich der Medien und des Kulturbetriebes sowie die Tourismusbranche (anspruchsvolle Bildungs- und Studienreisen, alternative Reiseformen, z.B. Wüsten-, Öko-, Trekkingtourismus).
Entwicklungszusammenarbeit
Die Entwicklungszusammenarbeit ist zu einem professionalisierten interdisziplinären Arbeitsfeld geworden, in dem sowohl wissenschaftliche Kompetenz als auch konkretes handlungsorientiertes Wissen Voraussetzung für erfolgreiches Arbeiten sind. Gefordert wird neben Fachkenntnissen ein breites Hintergrundwissen über Entwicklungsprobleme und deren Bearbeitung, eine gute methodische Ausbildung, die gängige wissenschaftliche wie anwendungsspezifische Methoden (einschließlich der Entwicklungsplanung) aus der Entwicklungspraxis umfasst, sowie die Kompetenz zur fachübergreifenden Kooperation in praktischen Arbeitszusammenhängen auch unter erschwerten Arbeitsbedingungen. Zum Feld der Entwicklungszusammenarbeit gehören:
- bilaterale Projekte der Entwicklungszusammenarbeit zwischen einem nationalen/internationalen und einem (afrikanischen) Partner (z.B. GTZ, FAO, UNDP, Weltbank, US-AID).
- staatliche Projekte einzelner (afrikanischer) Länder zur Erschließung neuer Ressourcen, die meist über internationale Consultings abgewickelt werden und die entsprechende Fachkräfte benötigen (z.B. Compagnie du Bas-Rhône, URBAPLAN).
- Institutionen der außerstaatlichen Entwicklungszusammenarbeit, NGOs (Non Governmental Organizations), die hinsichtlich ihrer Zahl und Bedeutung derzeit einen erheblichen Anstieg erleben (z.B. Eirene, Brot für die Welt, Caritas, Welthungerhilfe, Oxfam, CARE).
Medien und Kulturbetrieb, Tourismus
Im wachsenden Bereich der Medien und Kultureinrichtungen eröffnen sich neuerdings interkulturell und fachlich kompetenten Kulturwissenschaftlern und Geographen, die über enge Fachgrenzen hinaus agieren können, neue Chancen. Gerade im Rahmen des dynamisierten Globalisierungsprozesses wächst die Bedeutung außereuropäischer Kulturen. Interkulturelle Vermittlungskompetenz wird eine wichtige Schlüsselqualifikation in diesem Bereich werden.
Gerade im Tourismussektor (vor allem Bildungs- und Studienreisen) gibt es einen Bedarf an breit ausgebildeten Regionalkennern, sowohl im Bereich der qualifizierten Reiseleitung als auch im Planungs- und Konzeptionsbereich.
Regionalkompetenz
Die Studiengänge vermitteln eine anwendungsbezogene Regionalkompetenz für den afrikanischen Kontinent, unter Einbezug sowohl des nordafrikanischen als auch des subsaharischen Afrikas.
Der Bezug zu Afrika ist aus mehreren Gründen besonders ergiebig. Während in Lateinamerika und in weiten Teilen Asiens in den letzten Jahren eigendynamische Entwicklungen zu beobachten sind, die eine zunehmende Unabhängigkeit von Aktivitäten der Entwicklungszusammenarbeit erwarten lassen, wird Afrika noch über längere Zeit Gegenstand entwicklungspolitischer Aktivitäten sein. Gerade für den Bereich Entwicklungszusammenarbeit ist Afrika deshalb von zentraler Bedeutung.
Unter den Bedingungen der Globalisierung ist Europa zunehmend mit allen Teilen der Welt verbunden. Trotzdem nimmt Afrika bei den außereuropäischen Kulturbeziehungen eine Sonderolle ein. Wegen der relativen geographischen Nähe besteht schon heute ein breites Geflecht von Beziehungen zwischen Afrika und Europa. Die Zahl der afrikanischen Migranten wächst immer mehr an, und wegen der künftig weiterhin zu erwartenden Entwicklungsherausforderungen wird Afrika eine wichtige Entsenderegion für Migranten bleiben. Afrikanische Kultur wird in Zukunft noch größere Bedeutung im europäischen Alltag gewinnen. Ökonomisch ist Afrika über spezifische Abkommen mit der EU verbunden.
Exemplarisches Lernen
Die Afrikaorientierung bietet über den Erwerb von Regionalkompetenz hinaus ein Feld für exemplarisches Lernen, anhand dessen auch allgemeinere Entwicklungsprobleme sowie kulturelle und gesellschaftliche Umbruchprozesse beispielhaft mit der notwendigen Tiefe bearbeitet werden können. Erst wenn aktuelle Entwicklungen und möglicherweise daraus resultierende Probleme fachübergreifend und mit fundiertem Kontextwissen aufgearbeitet werden, ist ein genaues, die weiteren Zusammenhänge berücksichtigendes Verständnis möglich. Mit der Regionalorientierung ergänzen sich die einzelnen Ausbildungsbestandteile und bieten die notwendigen Voraussetzungen für profundes Arbeiten. Das im Rahmen der Regionalstudien erworbene methodische, theoretische und konzeptionelle Wissen bietet dann auch die Grundlage für die Arbeit mit Bezug zu anderen Weltregionen. In Kenntnis komplexer Zusammenhänge ist es möglich, sich schnell in neue Regionalinformationen einzuarbeiten und das vorhandene Wissen anzuwenden.
Schlüsselqualifikationen
Dieses exemplarische Lernen wird durch die Vermittlung von Schlüsselqualifikationen ergänzt. Dies sind insbesondere Methoden und spezifische Arbeitstechniken.
Übergreifend sind dies:
- empirische Sozialforschung (quantitativ und qualitativ).
- Arbeiten mit Geographischen Informationssystemen
- Feldanalyse- und Computertechniken zur Vegetationsbestimmung
- Interpretation topographischer Karten
- Einführung in die computergestützte Kartographie (Computer Assisted Design, CAD, Methoden der Regionalanalyse in der Entwicklungszusammenarbeit).

